Archiv für die Kategorie ‘Aktuelles’

Berlin vor 30 Jahren: 1980 – Erster Schulterschluss zwischen Sport und Jugendhilfe führt zur Emanzipation der Sportjugend.

Freitag, 23. Oktober 2009

Vor 30 Jahren wurde in der Quartalsschrift „Neuer Rundbrief“ der Senatsverwaltung für Familie, Jugend und Sport in Heft I von 1980 das Schwerpunktthema „Jugendarbeit und Sport“ in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt. Auf Wunsch der Senatorin für Familie, Jugend und Sport, Ilse Reichel, und ihres Senatsdirektors (Staatssekretärs), Dieter Kreft, sollte damit der Sprachlosigkeit und auch Hilflosigkeit der Jugendhilfe gegenüber dem Sport und der sportlichen Jugendarbeit begegnet und möglichst fruchtbare Kooperationen eingeleitet werden. Dieter Kreft  leitete die Diskussionen mit seinem Beitrag „Jugendhilfe und Sport – Eine vergessene Aufgabe der Jugendarbeit“ ein, Prof. Dr. C. Wolfgang Müller (TU Berlin) und Prof. Dr. Hans Gerhard Sack (Universität Marburg-Fluktuationsanalyse) beleuchteten Hintergrund und Perspektiven. Die Sportjugend Berlin nahm grundsätzlich Stellung und lieferte mit ihrer gerade angelaufenen „Sozialen Offensive“ und den ersten Erfahrungen ihrer verbandseigenen Jugendbildungsstätte praktische Handlungsfelder und Kooperationsvorschläge. Prof. Müller konstatierte beiden Bereichen der Jugendarbeit ‚gesellschaftlich bedeutsame Tätigkeiten, die das gemeinsame Schicksal teilen, für politisch rückwärts gerichtete Ziele ebenso  eingespannt worden zu sein wie für politischen und gesellschaftlichen Fortschritt’. 

Zu den Beiträgen von Dieter Kreft und Wolfgang C. Müller hier: Kreft 1980  und Müller 1980.

Für die Sportjugend bedeutete diese Schwerpunktsetzung seit den achtziger Jahre weitere jugendpolitische Emanzipation mit ständig größer werdenden Herausforderungen. Gegen starke WTrimm Dich/Archiv des LSB Berliniderstände in der etablierten Sozialarbeit wurden neue und von jungen Menschen selbst bestimmte Mitwirkungsmöglichkeiten der Jugendarbeit des Sports entwickelt, die sich in der Praxis bewährten, Kooperationen vielfältigster Art auslösten und mit der Deutschen Einheit eine neue Qualität der sportlichen Jugendarbeit, der Integrations- und Sozialarbeit des Sports einleiteten. Anfang der neunziger Jahre – 1993 vor der Vollversammlung der Sportjugend Berlin – beantwortete Prof. Dr. Manfred Kappeler (TU Berlin) die Frage nach der Bedeutung der Kooperation zwischen Sport und Jugendhilfe mit der Feststellung: Wir brauchen nicht mehr Sozialarbeit im Sport, sondern mehr Sport in der Sozialarbeit.

Der nachstehende Beitrag von 1979 stand am Anfang der Diskussionen und gab erste Impulse von Seiten des Sports und der Sportjugend. In einem Rückblick auf die Jahre 1980 bis 2010 wird in Kürze an dieser Stelle darauf eingegangen, was in den letzten 30 Jahren erreicht wurde und wie sich „Jugendhilfe und Sport“ heute verstehen und darstellen.

 

  (weiterlesen…)

Sport in Berlin: Daten zur Berliner Sportgeschichte

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Erster Teil von 1334 bis 1899

Zweiter Teil von 1900 bis 1999 folgt

Dritter Teil ab 2000 folgt

Für Ergänzungen und Korrekturen bin ich dankbar. MN

(weiterlesen…)

Turner auf zum Streite: Der “Berliner Turnrath” – erster Sportverband der Hauptstadt.

Freitag, 16. Oktober 2009

 Der lange Weg bis zu den ersten Berliner Sportvereinen und Verbänden

 Die Errichtung eines pädagogisch betreuten Abendteuerspielplatzes in der Berliner Hasenheide im Jahre 1811 – so würden wir den ersten Turnplatz Deutschlands heute nennen – hätte eigentlich die Geburtsstunde des Vereinssports in Berlin sein können. Leider war die Politik dagegen. Waren die turnerischen Übungen des Lehrers Friedrich Ludwig Jahn mit seinen Schülern von der Plamannschen Erziehungsanstalt zuerst im strengen Preußen willkommen, weil dadurch wehrhafte Soldaten 1813 in den Krieg ziehen konnten, so führte der spätere Massenbetrieb auf dem Turnplatz und der von Jahn mit der Turnkunst verbundene Wunsch nach Einigung der deutschen Stämme zum Verbot sowohl der Turnerschaften als auch der mit ihnen verbundenen aufmüpfigen Burschenschaften und zur Turnsperre von 1819 und 1826 zum Turnverbot.

Schauturnen TV Jahn Neukölln auf dem Hertzbergplatz 1912

Schauturnen des TV Jahn Neukölln auf dem Hertzbergplatz 1912

(weiterlesen…)

Berliner Turnerbund: Am Anfang stand der Wille zur Einheit.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Gründerjahre von 1945 – 1950

 

Als einer der letzten Berliner Sportverbände gründete sich der Berliner Turnerbund am 8. Januar 1950. Eine lange Zeit bis zur Gründung, waren doch gerade gegenüber den Turnern und Turnerinnen politische und ideologische Vorbehalte nicht nur von den alliierten Militärbehörden, sondern auch von den anderen Sportverbänden immer wieder vorgebracht worden. Die besondere Nähe der früheren Deutschen Turnerschaft zum Dritten Reich und seinem Führer gleich 1933 beim Deutschen Turnfest in Stuttgart, der reibungslose und eilfertige Übergang des damals größten Sportverbandes der Welt in den NS Reichsbund für Leibesübungen sowie die aus der Turnbewegung stammenden und sofort von den Nazis übernommenen Vereinsdietwarte zur völkisch-ideologischen Erziehung aller Sportlerinnen und Sportler erschwerten die Zusammenarbeit in der Nachkriegszeit und standen für eine noch nicht bewältigte Vergangenheit. So fielen gerade die Turnvereine als Hort des Faschismus und Militarismus unter das alliierte Vereinsverbot und die Auflösung aller Gliederungen des früheren NS Reichsbundes für Leibesübungen.

  (weiterlesen…)

Haus des Sports an der Jesse-Owens-Allee: Bildende Kunst auf den “Stadion-Terrassen” am Olympiastadion.

Mittwoch, 23. September 2009
 

 

Vom Geschichtspfad zum Kunst-Tripp

Seit der Eröffnung der ständigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums am Maifeld des Olympiastadions (Glockenturm), Ausstellungen des Sportmuseums Berlin im Lichthof des Deutschen Sportforums und der Fertigstellung des ‚Geschichtspfades’ ist das Berliner Olympiagelände der Spiele von 1936 auch für kunst- und zeitgeschichtlich interessierte Besucher eine spannende Adresse geworden. Die Planungen eines ‚Hertha-Museums’ im Stadion werden ebenfalls von immer mehr Fans und nicht nur Fußballbegeisterten verfolgt.

 Zum ‚Olympiapark Berlin’ gehören im südlichen Bereich – am Coubertinplatz und der Jesse-Owens-Allee gelegen –  die noch zur  Kaiserzeit angelegten ‚Stadion-Terrassen’ mit dem Berliner ‚Haus des Sports’, Sitz des Landessportbundes und der Sportjugend Berlin. Ein Blick zurück in die Historie und auf die noch vorhandene ‚bildende Kunst’ lohnt sich auch an dieser Stelle.

(weiterlesen…)

Das Haus des Sports hat Jubiläum: 100 Jahre “Stadion-Terrassen” am Berliner Olympiastadion.

Donnerstag, 03. September 2009

Stadion-Terrassen Grafik

In diesem Jahr bestehen die “Stadion-Terrassen” am Olympiastadion 100 Jahre. Es war ein langer Weg vom “Rennbahn-Restaurant” bis zum heutigen Zentrum des Berliner Sports. Ein Grund, sich der wechselhaften Geschichte des Olympiageländes zu erinnern und einmal Rückschau zu halten.

 

Stadion-Terrassen 1909

Restaurant Waldhaus 1909

 

(weiterlesen…)

Neu: Broschüre ‘Jesse Owens – Eine Sportlegende’

Donnerstag, 03. September 2009

Rechtzeitig zur Leichtathletik-WM hat das Sportmuseum Berlin die Erinnerung an einen der größten Sportler unseres Jahrhunderts – Jesse Owens – wach gehalten. Auf 50 Seiten wird der 4-fache Goldmedaillengewinner von Berlin 1936 portraitiert und vor allem, wird an die politischen Hintergründe innerhalb seines Sportlerlebens von 1913 bis 1981 erinnert.

(weiterlesen…)

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Das Olympische Dorf von 1936 wartet auf Besucher.

Mittwoch, 12. August 2009

Seit 2006 kann das alte Olympische Dorf bei Döberitz-Elstal täglich von 10 bis 16 Uhr  besichtigt werden. Die DKB-Stiftung hat das 550.000 Quadratmeter große Gelände erworben und in der früheren Sporthalle ein Besucherzentrum eingerichtet. Das nach den Olympischen Spielen von der Wehrmacht und dann bis 1992 von der Roten Armee genutzte und seit 1993 unter Denkmalschutz stehende Ensemble soll einer neuen Bestimmung als Internationales Sport- und Begegnungszentrum zugeführt werden. Allerdings gibt es dafür leider neben kreativen Ideen noch keine Investoren, nachdem sich Pläne für eine Rehaklinik oder ein Touristikzentrum bereits in den Vorjahren zerschlagen haben.

Wiederhergestellter SportplatzModellausstellung in der Sporthalle

Der neue Sportplatz und die Modellschau in der früheren Sporthalle

(weiterlesen…)

Ein Rundgang durch die Hasenheide mit Besuch des Jahn-Denkmals

Donnerstag, 06. August 2009

Erinnerungskultur tut Not

Neben den seit der Wiedervereinigung Deutschlands wieder gemeinsam zugänglichen Jahn-Erinnerungsstätten in Lanz bei Lenzen (Geburtsort Jahns) und Freyburg an der Unstrut (Jahn-Museum/Grabstätte), für die international touristisch geworben wird und um die sich die ‚Jahn-Gesellschaft’ verdient macht, ist das im ehemals West-Berliner Bezirk Neukölln gelegene Jahn-Denkmal mit der Hasenheide etwas in Vergessenheit geraten.

Hasenheide mit Jahn-Denkmal. Foto: Nippe

(weiterlesen…)